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Bindehautentzündung: Symptome, Ansteckung, Behandlung & Tipps
Die Bindehautentzündung – medizinisch Konjunktivitis – gehört zu den häufigsten Augenerkrankungen, die nicht nur bei Erwachsenen, sondern bereits bei Kindern ab dem Säuglingsalter auftreten kann. Je nach Auslöser unterscheidet man infektiöse von nicht-infektiösen Formen, wobei die infektiösen Varianten übertragbar sind.
Erfahren Sie hier, wie Sie eine Bindehautentzündung erkennen, welche Ursachen dahinterstehen und welche Behandlungsmöglichkeiten sowie Präventionsmaßnahmen zur Verfügung stehen.
Was ist eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis)?
Die Bindehaut ist eine dünne, transparente Schleimhaut, die den vorderen Augapfel und die Lidinnenseite überzieht. Sie schützt das Auge, hält es feucht und wirkt als Barriere gegenüber äußeren Einflüssen. Treffen Krankheitserreger oder Reizstoffe auf die Bindehaut, entwickelt sich eine Entzündungsreaktion mit den charakteristischen Symptomen Rötung, Schwellung und vermehrter Sekretbildung.
Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen der Konjunktivitis. Die Entzündung kann infektiös bedingt sein durch Bakterien oder Viren, aber auch durch allergische Reaktionen oder Umweltreize ausgelöst werden.
Besonders häufig betroffen sind Kinder, Menschen mit Allergien und Kontaktlinsenträger. Eine Bindehautentzündung ist meistens harmlos und klingt bei sachgemäßer Behandlung ohne Folgen ab. In manchen Fällen kann die Konjunktivitis jedoch länger anhalten oder chronisch werden.
Woran Sie eine Bindehautentzündung erkennen
Ein häufiges und charakteristisches Symptom einer Bindehautentzündung ist ein gerötetes Auge. Die feinen Blutgefäße in der Bindehaut sind erweitert, wodurch der normalerweise weiße Augapfel rosa bis kräftig rot erscheinen kann. Häufig ist auch die Lidinnenseite gerötet.
Zu den weiteren Beschwerden zählen vermehrter Tränenfluss, Juckreiz, Brennen oder das Gefühl, einen Fremdkörper oder Sand im Auge zu haben. Auch eine Schwellung der Bindehaut ist möglich.
Je nach Ursache der Entzündung kann das Auge unterschiedliche Sekrete absondern: wässrige, eitrige oder schleimige. Morgens sind die Lider oft verklebt, das Sehen kann leicht verschwommen sein und die Lidränder gereizt. Schmerzen treten eher selten auf, können aber insbesondere bei bakteriellen oder sehr ausgeprägten Entzündungen vorkommen.
Bei akuten Verläufen sind die Beschwerden meist stärker, bei chronischer Konjunktivitis eher milder ausgeprägt.
Ursachen: Wie entsteht eine Bindehautentzündung?
Die möglichen Auslöser einer Bindehautentzündung sind vielfältig: Infektionen durch Bakterien oder Viren, allergische Reaktionen oder reizende Substanzen können das empfindliche Gewebe belasten. Die zugrunde liegende Ursache ist entscheidend für Verlauf, Ansteckungsrisiko und Behandlung der Konjunktivitis.
Bakterielle Bindehautentzündung
Bei dieser Form der Konjunktivitis wird die Bindehaut durch Bakterien infiziert. Häufige Erreger sind Staphylokokken, Streptokokken und Haemophilus influenzae. Die bakterielle Bindehautentzündung ist ansteckend und kann sich bei engem Kontakt leicht auf andere Personen übertragen.
Bei Kindern tritt sie besonders oft auf. Auch Erwachsene können betroffen sein, insbesondere Kontaktlinsenträger. Bei unzureichender Linsenhygiene steigt das Risiko für bakterielle Infektionen deutlich. Auch die Anwendung abgelaufener oder verunreinigter Kosmetik-Produkte – wie Mascara oder Eyeliner – kann das Risiko einer bakteriellen Entzündung erhöhen.
Typisch ist, dass sich die Beschwerden plötzlich einstellen und mit einem stark geröteten Auge sowie vermehrter Sekretbildung einhergehen. Auge und Lid sind häufig stark verklebt, vor allem morgens nach dem Aufwachen. In der Regel ist nur ein Auge betroffen. Ohne entsprechende Vorsichtsmaßnahmen kann sich die Entzündung auch auf das andere Auge ausbreiten.
In seltenen Fällen wird eine Konjunktivitis durch Chlamydien verursacht – sexuell übertragbare Bakterien, die über kontaminierte Hände oder Gegenstände vom Genitalbereich ins Auge gelangen. Diese hartnäckige Form lässt sich nur durch systemische Antibiotika-Gabe erfolgreich behandeln, da eine rein lokale Therapie unzureichend ist.
Virale Bindehautentzündung
Die virale Konjunktivitis ist die häufigste Form der infektiösen Bindehautentzündung bei Erwachsenen. Oftmals sind Adenoviren die Ursache, die auch für Atemwegsinfekte oder grippale Infekte verantwortlich sein können.
Die Beschwerden beginnen meist an einem Auge, gehen jedoch in vielen Fällen rasch auf das zweite Auge über. Die Augen sind gerötet, tränen vermehrt und reagieren empfindlich auf Licht. Das Sekret ist in der Regel wässrig und nicht eitrig, wie es für bakterielle Entzündungen eher typisch ist.
Die virale Bindehautentzündung ist hochansteckend, eine sorgfältige Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Auch wenn die Erkrankung in der Regel von selbst abklingt, kann eine gezielte Linderung der Beschwerden sinnvoll sein.
Allergische Bindehautentzündung
Bei der allergischen Konjunktivitis handelt es sich nicht um eine Infektion, sondern um eine IgE-vermittelte überschießende Abwehrreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Substanzen – sogenannte Allergene. Diese werden fälschlicherweise als Bedrohung erkannt, woraufhin Mastzellen Botenstoffe wie Histamin freisetzen. Dies führt zu einer Entzündungsreaktion der Bindehaut mit typischen Beschwerden wie Juckreiz, Rötung und verstärktem Tränenfluss. Die allergische Konjunktivitis ist nicht ansteckend.
- Saisonale allergische Konjunktivitis
In den meisten Fällen reagieren Betroffene empfindlich auf Blüten- oder Gräserpollen – typischerweise im Frühjahr oder Sommer. Diese Form tritt häufig im Rahmen einer allergischen Rhinitis (Heuschnupfen) auf und geht oft mit starkem Niesreiz, einer laufenden Nase und Beschwerden an beiden Augen einher. - Perenniale (ganzjährige) allergische Konjunktivitis
Tierhaare, Hausstaubmilben oder Schimmelpilzsporen können das ganze Jahr über allergische Reaktionen an der Bindehaut auslösen. Auch bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetika oder Konservierungsmittel in Augentropfen können eine allergische Reaktion hervorrufen. Besteht der Kontakt zum Allergen dauerhaft, kann die Bindehautentzündung chronisch verlaufen.
Weitere Ursachen & Risikofaktoren
Chemische, physikalische oder klimatische Einflüsse wie Rauch, Staub, Wind, Kälte, Zugluft, UV-Licht oder Chlorwasser können eine Konjunktivitis begünstigen. Werden die Augen solchen Belastungen regelmäßig oder intensiv ausgesetzt, kann sich die empfindliche Bindehaut entzünden. Auch wenn Kontaktlinsen zu lange getragen werden, unzureichend gereinigt oder beschädigt sind, kann es durch die Reibung an der Augenoberfläche zu einer Reizung der Bindehaut kommen.
In anderen Fällen sind trockene Augen die Ursache für eine Bindehautentzündung. Dabei ist der Tränenfilm, der die Augenoberfläche schützt und geschmeidig hält, in seiner Menge oder Zusammensetzung verändert. Die unzureichende Benetzung macht die Bindehaut empfindlicher gegenüber äußeren Einflüssen, sodass es zu einer Entzündung kommen kann. Auslöser für eine gestörte Tränenfilmproduktion sind z.B. lange Bildschirmarbeit mit seltenem Blinzeln, klimatisierte Räume oder bestimmte Grunderkrankungen wie das Sjögren-Syndrom oder andere Autoimmunkrankheiten.
Wann ist eine Bindehautentzündung ansteckend?
Ansteckend sind nur die infektiösen Formen, also die bakterielle und die virale Bindehautentzündung. Eine besonders hohe Ansteckungsgefahr besteht bei einer viralen Konjunktivitis, da Krankheitserreger wie Adenoviren sehr widerstandsfähig sind und auch außerhalb des Körpers über längere Zeit infektiös bleiben. Sie können sich daher deutlich leichter ausbreiten als viele bakterielle Erreger.
Übertragungswege & Infektionsrisiken
Infektiöse Bindehautentzündungen werden in erster Linie über eine Schmierinfektion übertragen. Beim Reiben des betroffenen Auges gelangen die Keime auf die Hände und von dort auf Türklinken und sonstige Gegenstände, die auch von anderen Menschen angefasst werden. Besonders leicht kann sich die Infektion weiterverbreiten, wo viele Personen auf engem Raum zusammenkommen, etwa in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kitas, Schulen, Pflegeheimen, Schwimmbädern oder öffentlichen Verkehrsmitteln.
Auch bei engem Körperkontakt wie Kuscheln und Küssen oder durch gemeinsam genutzte Handtücher oder Kopfkissen innerhalb der Familie kann eine Übertragung stattfinden.
Wie lange ist eine Bindehautentzündung ansteckend?
Bei einer bakteriellen Konjunktivitis ist die Ansteckungsgefahr – je nach Erreger und Therapiebeginn – meistens nach 24 bis 48 Stunden mit antibiotischer Behandlung nicht mehr gegeben. Ohne antibiotische Behandlung kann das Infektionsrisiko länger bestehen.
Eine virale Konjunktivitis ist deutlich hartnäckiger. Hier kann die Ansteckungsfähigkeit bis zu zwei Wochen andauern selbst dann, wenn sich die Symptome bereits gebessert haben.
Unabhängig von der Ursache gilt: Solange das Auge gerötet, gereizt oder eitrig ist, besteht grundsätzlich ein Infektionsrisiko. Wer betroffen ist, sollte zusätzlich zur medizinischen Behandlung auf sorgfältige Hygiene achten, um andere nicht anzustecken.
Bindehautentzündung: Wann ist ein Besuch beim Augenarzt notwendig?
Bei Säuglingen, Kleinkindern und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sollten Augenbeschwerden grundsätzlich ärztlich abgeklärt werden. Auch bei Erwachsenen ist bei Anzeichen einer Bindehautentzündung medizinischer Rat sinnvoll – vor allem dann, wenn
- das Auge stark gerötet, geschwollen oder eitrig ist
- sich die Beschwerden nach ein bis zwei Tagen nicht bessern oder sogar verschlechtern
- beide Augen betroffen sind
- Symptome wie Fieber, Sehstörungen oder starke Schmerzen auftreten.
Nur eine augenärztliche Untersuchung kann verlässlich klären, welche Ursache vorliegt und welche Behandlung angezeigt ist.
Behandlung: Was tun bei Bindehautentzündung?
Die Behandlung einer Konjunktivitis hängt im Wesentlichen davon ab, welcher Auslöser zugrunde liegt:
- Bei einer bakteriellen Bindehautentzündung werden häufig antibiotische Augentropfen oder Augensalben verordnet, um die Erreger gezielt zu bekämpfen. Viele bakterielle Bindehautentzündungen heilen jedoch auch ohne Antibiotika innerhalb von 1-2 Wochen ab. Wichtig ist, wenn Präparate verordnet werden, diese genau nach ärztlicher Anweisung anzuwenden und die Behandlung nicht vorzeitig abzubrechen – auch wenn die Beschwerden bereits So lässt sich verhindern, dass die Entzündung erneut aufflammt.
- Bei einer viralen Bindehautentzündung können Antibiotika nicht helfen. Im Vordergrund steht die Linderung der Symptome, etwa mit befeuchtenden Augentropfen.
- Bei allen infektiösen Bindehautentzündungen ist immer auf sorgfältige Hygiene zu achten, um eine Weiterverbreitung der Erreger zu verhindern.
- Wird die Bindehautentzündung von einer Allergie wie z.B. Heuschnupfen ausgelöst, können antiallergische Augentropfen schnelle Linderung verschaffen. Präparate der neueren Generation mit den Wirkstoffen Azelastin (Azela-Vision® sine und Azela-Vision® MD sine) oder Ketotifen (Allergo-Vision® sine) beruhigen die Augen innerhalb weniger Minuten und wirken langanhaltend bis zu 12 Stunden. Um die empfindlichen Augen nicht zusätzlich zu belasten, sind die Augentropfen konservierungsmittelfrei.
- Bei einer Bindehautentzündung aufgrund von trockenen Augen stehen HYLO-VISION® Augentropfen mit Hyaluronsäure zur Verfügung. Sie sorgen für eine langanhaltende Befeuchtung der Augenoberfläche, stabilisieren den Tränenfilm und lindern Beschwerden wie Brennen, Juckreiz oder ein Fremdkörpergefühl im Auge.
- Während einer Bindehautentzündung sollten keine Kontaktlinsen getragen werden. Die Linsen können die Bindehaut zusätzlich reizen und den Heilungsprozess verzögern.
Hausmittel bei Bindehautentzündung – was hilft wirklich?
Gegen eine Bindehautentzündung kursieren zwar zahlreiche Tipps für Hausmittel, diese sind jedoch oftmals bedenklich. So kann beispielsweise Kamillentee allergische Reaktionen auslösen, weshalb Augenärzte davon abraten. Selbst zubereitete Auflagen oder Spülungen bergen zudem das Risiko, durch mangelnde Sterilität Keime ins Auge zu bringen. Wer Hausmittel ausprobieren möchte, sollte auf sterile Materialien achten und dies nur nach Rücksprache mit einem Arzt tun.
Bindehautentzündung bei Kindern, Babys & in der Schwangerschaft
Kinder sind besonders häufig von einer Bindehautentzündung betroffen. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass ihr Immunsystem noch nicht vollständig ausgereift ist, zum anderen am engen Körperkontakt in Familie, Kita oder Schule – und an der oft noch unzureichenden Händehygiene. Krankheitserreger können sich so schnell verbreiten.
Anzeichen für eine Bindehautentzündung bei Babys und Kindern
Eine Bindehautentzündung ist bei Säuglingen und Kleinkindern nicht immer leicht zu erkennen. Zwar treten wie auch bei Erwachsenen die typischen Symptome wie gerötete, juckende, verklebte Augen und geschwollene Augenlider auf. Da die Kleinen ihre Beschwerden jedoch nicht benennen können, äußert sich die Entzündung eher durch auffälliges Verhalten.
Die Kinder reiben sich vermehrt die Augen, wirken unruhig, quengelig oder reagieren empfindlich auf Licht. Bei viralen Infekten kommen oft zusätzliche Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen oder leichtes Fieber hinzu, was es für Eltern schwieriger macht, die Ursache der Beschwerden richtig einzuschätzen.
Wann zum Kinderarzt?
Bei Kindern sollte bei Anzeichen einer Bindehautentzündung möglichst zeitnah ein Kinder- oder Augenarzt aufgesucht werden – vor allem, wenn sich die Beschwerden rasch verschlimmern und/oder Fieber und Schmerzen auftreten.
Von einer Selbstmedikation oder der Anwendung von Hausmitteln ist bei Kindern dringend abzusehen, da deren Augen besonders empfindlich sind und das Risiko für Komplikationen erhöht ist.
Bei Neugeborenen sollten Augenbeschwerden umgehend ärztlich abgeklärt werden! Die Bindehautentzündung kann durch die Übertragung von Chlamydien, Gonokokken oder Herpesviren während der Geburt entstehen. Solche Infektionen sind zwar selten, können aber unbehandelt schwerwiegende Folgen nach sich ziehen und müssen umgehend behandelt werden.
Kita, Schule & Umgang mit Ansteckung
In Kitas und Schulen kann sich eine ansteckende bakterielle oder virale Bindehautentzündung leicht verbreiten. Eine einheitliche, gesetzlich festgelegte Attestpflicht gibt es in Deutschland zwar nicht. Viele Einrichtungen verlangen jedoch eine ärztliche Bescheinigung, bevor das Kind wieder am Unterricht teilnehmen bzw. in die Betreuung zurückkehren kann.
So lange das Kind noch ansteckend ist, sollte es zu Hause bleiben und keinen engen Körperkontakt zu Familienmitgliedern und anderen Personen haben. Kuscheln, Küssen oder gemeinsames Spielen erhöhen das Risiko einer Übertragung.
Textilien wie z.B. Handtücher, Waschlappen, Kissen oder Kuscheltiere dürfen nicht gemeinsam genutzt werden und sollten bei mindestens 60 °C gewaschen werden. Andere Gegenstände im Haushalt wie Türklinken, Spielzeug oder Geschirr, die das Kind angefasst hat, sind sorgfältig zu reinigen.
Regelmäßiges gründliches Händewaschen mit Seife ist für das erkrankte Kind und alle Haushaltsmitglieder Pflicht. Das Kind sollte – so schwer es fällt – die Augen möglichst nicht reiben. Die entzündete Bindehaut wird dadurch zusätzlich gereizt, was den Heilungsprozess verzögert.
Schwangerschaft & Bindehautentzündung
Eine Bindehautentzündung lässt sich nach aktueller Studienlage auch in der Schwangerschaft ohne Risiko für das ungeborene Kind behandeln. Wichtig ist, schon bei ersten Anzeichen von Augenbeschwerden ärztlichen Rat einzuholen, um die Ursache abzuklären und die Konjunktivitis gezielt zu therapieren.
Bakterielle Entzündungen können falls notwendig mit speziellen antibiotischen Augentropfen oder -salben behandelt werden, die in der Schwangerschaft angewendet werden können. Auch lokal angewendete Antihistaminika zur Therapie einer allergischen Bindehautentzündung gelten in der Regel als unbedenklich. Die Auswahl und Dosierung der Medikamente sollte jedoch immer der Arzt vornehmen.
Auf eine Selbstmedikation sollte in der Schwangerschaft verzichtet werden. Einige frei verkäufliche Präparate können ungeeignet oder sogar schädlich fürs Kind sein. Informationen zur Verträglichkeit medizinischer Wirkstoffe bietet die unabhängige Datenbank embryotox.de.
Dauer & Verlauf der Bindehautentzündung
Wie lange eine Bindehautentzündung dauert, hängt von Ursache und Behandlung ab. Eine akute bakterielle Konjunktivitis heilt im Allgemeinen innerhalb von ein bis zwei Wochen ab. Eine virale Bindehautentzündung kann je nach Erreger hartnäckiger sein und länger Beschwerden verursachen.
Von einer chronischen Bindehautentzündung sprechen Augenärzte, wenn die Augenerkrankung länger als vier Wochen besteht.
Rückfälle und chronische Entzündung – was tun?
Tritt eine Bindehautentzündung nach kurzer Zeit erneut auf oder bessern sich die Beschwerden über Wochen hinweg nicht, sollte zeitnah ein Augenarzt aufgesucht werden. Wiederkehrende (rezidivierende) oder lang anhaltende Entzündungen können ein Hinweis auf eine nicht vollständig ausgeheilte Infektion, bisher unerkannte Allergien oder andere Erkrankungen im Augenbereich sein.
Um die Ursache zu klären, ist eine ausführliche Diagnostik wichtig. Je nach Befund kann eine längerfristige Therapie angezeigt sein. Werden chronische oder immer wiederkehrende Bindehautentzündungen durch bestimmte Grunderkrankungen verursacht, gilt es, auch die zugrunde liegende Krankheit gezielt zu behandeln, um die entzündlichen Prozesse zu kontrollieren und Rückfälle zu verhindern.
Vorbeugung: So schützen Sie sich vor Bindehautentzündung
Am besten ist es, wenn eine Bindehautentzündung gar nicht erst entsteht. Zwar lässt sich nicht jede Form verhindern, mit einfachen Maßnahmen kann das Risiko aber deutlich gesenkt werden:
- Regelmäßig gründlich die Hände waschen – vor allem, nachdem man unterwegs war oder gemeinsam genutzte Gegenstände angefasst hat.
- Die Augen möglichst nicht mit den Händen berühren oder reiben, um Keime fernzuhalten und mechanische Reizungen zu vermeiden.
- Kontaktlinsen nur so lange wie empfohlen tragen und sorgfältig reinigen. Bei Rötungen oder Beschwerden sollten Sie vorübergehend auf die Brille umsteigen.
- Bekannte Allergieauslöser und reizende Umweltfaktoren wie Rauch, Staub, UV-Strahlung möglichst meiden.
- Auch trockenen Augen lässt sich vorbeugen – etwa durch ein gutes Raumklima, regelmäßige Pausen bei der Bildschirmarbeit und bewusstes Blinzeln.
FAQ – Häufige Fragen zur Bindehautentzündung
Wie sieht eine Bindehautentzündung aus?
Auffällig ist eine Rötung der Augen. Häufig sind die Lidränder verklebt, vor allem morgens nach dem Aufwachen. Das Sekret kann je nach Ursache wässrig oder eitrig sein.
Welche Augentropfen helfen schnell?
Welche Augentropfen eine rasche Linderung der Beschwerden bringen, hängt von der Ursache der Bindehautentzündung ab. Bei einer bakteriellen Konjunktivitis kann der Arzt antibiotische Augentropfen verschreiben. Bei einer allergischen Bindehautentzündung können z.B. Augentropfen mit Azelastin oder Ketotifen die gereizten Augen innerhalb von Minuten beruhigen. Bei trockenen Augen empfehlen sich Präparate mit Hyaluronsäure.
Ist eine Bindehautentzündung ansteckend über die Luft?
In der Regel nicht. Die meisten infektiösen Formen werden über direkten Kontakt oder Schmierinfektionen übertragen. Eine Übertragung über die Luft spielt – wenn überhaupt – nur bei sehr speziellen Erregern eine Rolle.
Darf ich mit Bindehautentzündung arbeiten?
Bei einer infektiösen Konjunktivitis durch Bakterien oder Viren ist es besser, zu Hause zu bleiben, um Kolleginnen und Kollegen nicht anzustecken. In Berufen mit engem Personenkontakt (z.B. in Schulen, Pflegeheimen oder Krankenhäusern) sowie im Lebensmittelbereich gilt oft ein vorübergehendes Arbeitsverbot.
Bei nicht ansteckenden Formen (z. B. einer allergischen Bindehautentzündung) ist Arbeiten grundsätzlich möglich, sofern es Ihnen gut geht und der Arbeitsplatz keine zusätzlichen Reize setzt.
Welche Hausmittel helfen wirklich?
Von der Anwendung von Hausmitteln ist bei einer Bindehautentzündung grundsätzlich abzusehen. Weit verbreitete Empfehlungen – etwa Spülungen mit Kamillentee – können das Auge zusätzlich reizen oder sogar Keime einbringen. Besonders bei Kindern besteht ein erhöhtes Risiko für Komplikationen. Verwenden Sie deshalb nur sterile, medizinisch geprüfte Augentropfen nach ärztlicher Rücksprache.
Wie lange zu Hause bleiben mit Bindehautentzündung?
Bei einer ansteckenden bakteriellen oder viralen Bindehautentzündung sollten Betroffene zu Hause bleiben, bis keine Ansteckungsgefahr mehr besteht. Das kann bei einer bakteriellen Konjunktivitis gegebenenfalls nach 24 bis 48 Stunden sein, falls die Bindehautentzündung mit Antibiotika behandelt wurde. Ohne Behandlung oder bei einer viralen Form kann die Ansteckungsfähigkeit deutlich länger – bis zu mehreren Wochen – bestehen.
Kinder dürfen in Kita oder Schule oft erst nach Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung zurückkehren; die Vorgaben können je nach Einrichtung variieren.
Fazit: Was tun bei Verdacht auf Bindehautentzündung?
- Bei Anzeichen wie einer starken Rötung, verklebten Lidern, Tränenfluss ist möglichst bald ärztlicher Rat einzuholen – bei Kindern, Neugeborenen und Menschen mit geschwächtem Immunsystem am selben Tag.
- Bei ansteckenden Formen (bakteriell oder viral) auf sorgfältige Hygiene achten, um andere Personen zu schützen.
- Augen möglichst nicht mit den Händen berühren oder reiben – das reizt die Bindehaut zusätzlich und kann die krankheitserregenden Keime auf das andere Auge übertragen.
- Regelmäßig gründlich Hände mit Seife waschen und Textilien wie Handtücher, Waschlappen oder Kissenbezüge nicht gemeinsam nutzen.
- Während der Entzündung sollte man keine Kontaktlinsen tragen, um die Bindehaut nicht zusätzlich zu belasten.